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22 Juni 2006
Ab in die Botanik!

Trotz fehlendem grünen Daumen meinerseits und schwül-heißem Wetter klimatischerseits, steht mein Entschluss, den botanischen Gärten von Schloss Trauttmansdorff in Meran einen Besuch abzustatten felsenfest. Die Erwartungslage ist gespannt und gleich am Parkplatz von einem künstlichen Wasserfall empfangen zu werden, inspiriert meine Fantasie zusätzlich.
9,50 Euro und eine Brückenüberquerung später, öffnet sich der ersehnte Garten vor mir. Aphitheaterartig im Hang gelegen, erstrecken sich in breiten Stufen alle Klimazonen Europas vor mir. Einen plötzlichen Regenguss überstehe ich in der Orangerie dank schützendem Blätterdach nahezu unversehrt. Unerwartet erfrischt, führt mich meine Entdeckungsreise im Zickzack-Kurs durch den Palmen- und Kakteengarten, vorbei an sagenhaft alten Olivenbäumen und grell bunten Koi-Karpfen im Seerosenteich zur Aussichtsplattform hoch über den Bäumen (im Bild ganz klein zu sehen). Ein Metallsteg führt, einem überdimensionalen Sprungbrett gleich, hinaus ins Blaue. Der Rundumblick entschädigt meine Höhenangst, nach unten gesehen zu haben, bereue ich sofort wieder. Nachdem ich von diesem Punkt aus ganz Südtirol, oder zumindest die Hälfte davon gesehen habe, ziehe ich mich in die Klarheit und Sicherheit des Englischen Gartens zurück. Sitze auf einer Bank und plane die Umgestaltung meiner heimischen 5 m² Wildnis nach dessen Vorbild.
Zwei Stunden später plane ich nur noch die Heimreise und eine baldige Wiederkehr in den diesseitigen Garten Eden.